Tipps zum Vorstellungsgespräch – Thema Style

„Kleider machen Leute“

Bei keinem anderen Anlass kann Kleidung so stark über Erfolg oder Misserfolg entscheiden wie bei einem Vorstellungsgespräch. Nicht umsonst heißt es „Kleider machen Leute“ – wie man sich für ein Vorstellungsgespräch kleidet, sagt sehr viel über die Fähigkeit der Repräsentation aus.

Aber was ist denn nun das richtige Outfit? Und was geht gar nicht? Tabus richten sich nach der jeweiligen Unternehmenskultur, deshalb kann man hier keine pauschale Aussage treffen. Generell gilt jedoch folgendes:

Man muss sich wohl fühlen, eine Verkleidung wirkt unnatürlich. Meist gilt, je jünger das Unternehmen, desto lockerer der Dresscode.

DONT’S

• Zu viel Schmuck. Der Schmuck sollte echt und dezent sein, kein bunter, glitzernder Modeschmuck.
• Fiese Parfümwolke. Lieber ein frischer und dezenter Duft.
• Nicht zu viel Make-Up.
• Bunte, grelle oder neonfarbige Kleidung. Rot wirkt aggressiv und dominant. Rosa sehr feminin und wenig überzeugend. Besser ist schwarz, grau oder marineblau. Alternativ lindgrün. Das wirkt frisch, ausgeglichen und beruhigend.
• Offenherziges Dekolleté. Die Brustfalte darf nicht zu sehen sein.
• Durchblitzende Unterwäsche. Auf Spitze sollte man komplett verzichten.
• Zu kurze oder zu enge Röcke. Sowie weiße Röcke (weil immer durchsichtig).
• Schmutzige, beschädigte oder ungebügelte Kleidung.
• Schmutzige Schuhe oder Handtasche.
• Viele unterschätzen die Wahl des richtigen Schuhwerks. Wer sonst nie Highheels trägt, sollte auch im Bewerbungsgespräch darauf verzichten.
• Accessoires wie Sonnenbrille, Mütze oder eine auffällige Gürtelschnalle.
• Unrasiertes Gesicht. Der Bart sollte ordentlich gepflegt und gestutzt sein.

Was? Ihr habt unser Video, aus dem dieses Thema entstanden ist, noch nicht gesehen? Dann los!

 

Tipps zum Vorstellungsgespräch – Thema Verhalten

"Ob ich still sitzen kann?"

Auf diesem Gebiet gibt es viele „selbst ernannte Spezialisten“ die massenhaft Tipps geben. Man kann sich große Präsentationen und sogar Videos zu den Themen Körpersprache, „richtiges Sitzen“ usw. anschauen. Doch ist das wirklich das, worauf es ankommt?

UNSERE TIPPS FÜR UNTERNEHMEN:

1. „Verschwenden“ Sie nicht Ihre Energie, um darauf zu achten, ob der Bewerber richtig sitzt, die Beine im richtigen Winkel übereinandergeschlagen hat oder die Hände an der richtigen Stelle auf den Beinen liegen. Im Zweifel sehen Sie hier eine auswendig gelernte Pose, die Ihnen nicht wirklich etwas sagt.

2. Versuchen Sie vielmehr, den Menschen zu erkennen. Wie verhält sich Ihr Bewerber: ist er locker, wie sind die Bewegungen, ist er offen, schaut er Ihnen in die Augen und wirkt er authentisch? Oder verstellt er sich?

3. Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Gegenüber sehr angespannt ist und sich verstellt, nehmen Sie ihm auf menschliche Art und Weise die Anspannung und machen Sie ihm klar, dass es Ihnen darum geht, ihn als Menschen kennenzulernen und Sie keine einstudierte Gesprächssituation abrufen möchten.

4. Seien Sie selbst offen und nahbar – geben Sie Ihrem Gesprächspartner mit Ihrer eigenen Körpersprache das Gefühl, dass es ein ehrlich gemeintes Gespräch ist. Sie haben nichts davon, wenn Sie von oben herab agieren und den Bewerber einschüchtern.

UNSERE TIPPS FÜR TALENTE:

1. Allem voran: Verstelle Dich nicht. Denke nicht dauernd an vorgegebene Sitzpositionen, Beinhaltungen, Handhaltungen, Gesichtsausdrücke. Das geht nur in die Hose.

2. Zeige durch Deine Körperhaltung, wer Du bist.

3. Sei offen und aufmerksam – dies kannst Du unabhängig davon zeigen, wo Deine Hände liegen oder wie Du sitzt.

4. Bewege Dich von Anfang an auf Augenhöhe – zeige durch Dein komplettes Verhalten, dass Du von Dir und Deinen Fähigkeiten angemessen überzeugt bist.

5. Verhalte Dich passend zu der Position und der Tätigkeit, auf die Du Dich beworben hast. Ein Marketing-Assistent muss im Vorstellungsgespräch nicht den Marketing-Vorstand spielen.

6. Beachte einfach die Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders – dann kannst Du wenig falsch machen.

Tipps zum Vorstellungsgespräch – Thema Gesprächsführung

"Was sage ich eigentlich als erstes? Wieviel erzähle ich von mir aus?"

Das Web ist voll mit klugen Tipps zur Gesprächsführung. Doch sieht man genauer hin, sind dies meist entweder Ratschläge, die sowieso völlig klar sind, also nichts bringen; oder Tipps, die auf die wenigsten Gesprächssituationen passen. Wir haben ein paar sinnvolle Ratschläge zusammengestellt.

Wir möchten hier in Tipps für Unternehmen und Talente unterscheiden. Dabei geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität:

TIPPS FÜR UNTERNEHMEN/HR-MITARBEITER

1. Stützen Sie sich nicht auf angebliche „Super-Psychotest’s“, denn Sie sind (in der Regel) selbst kein Psychologe, also können Sie bei der vermeintlichen „Auswertung“ von Reaktionen oder der Analyse des Verhaltens eines Bewerbers eigentlich sehr viel falsch machen.

2. Strukturieren Sie Ihr Gespräch im Vorfeld in die für Sie wichtigen Bereiche.

3. Achten Sie darauf, dass es kein reines Frage-und-Antwort-Spiel zwischen Ihnen und Ihrem Bewerber ist.

4. Streben Sie ein echtes Gespräch an, denn einer Unterhaltung mit allen Aspekten erfahren Sie viel mehr über den Menschen, der Ihnen gegenübersitzt! Rückfragen wie „Was sagt das über Sie selbst aus“, „Was motiviert Sie dazu“ oder „Welches Beispiel könnte Ihre Aussage verdeutlichen“ bringen Ihnen einen guten Gesprächsfluss und geben dem Bewerber die Möglichkeit, seine Persönlichkeit zu zeigen.

5. Verzichten Sie auf Standardfloskeln und Standardfragen, die in Vorstellungsgesprächen ohnehin üblich sind – jeder Bewerber bereitet sich auf diese Fragen vor. Sie werden also nur eine vorher bereitgelegte Antwort erhalten, die Ihnen nicht viel bringt.

6. Wenn Sie überzeugt sind, dass Ihr Unternehmen, die zu besetzende Position und das geplante Gehalt sehr gut sind, sprechen Sie das Thema ruhig sehr früh an. Dies ist der Hinweis dafür, dass sie von beidem überzeugt sind. Das Gehalt am Ende anzusprechen ist manchmal ein Zeichen, dass Sie ein vielleicht eher mittelmäßiges Angebot mit vielen Argumenten untermauern müssen.

7. Legen Sie besonderen Wert darauf, dass der Bewerber persönlich zu Ihrem Unternehmen passt. Sie kennen Ihr Team und Sie wissen, welche Persönlichkeit Sie und Ihre Teamkollegen brauchen.

8. Sprechen Sie von Mensch zu Mensch - das ist wesentlich attraktiver als das „Ich Chef – Du Bewerber-Spiel“.

9. Machen Sie Ihr Unternehmen durch ihre eigene Person attraktiv. Gute Bewerber haben heute viele Optionen!

10. Begegnen Sie ihrem Bewerber auf Augenhöhe!

TIPPS FÜR TALENTE:

1. Lass Dich nicht auf ein reines Frage- und Antwortspiel ein. Damit vergibst Du eine wesentliche Möglichkeit, Dich als Persönlichkeit vorzustellen.

2. Beantworte gestellte Fragen, versuche aber stets, in die Antworten etwas mehr von Dir selbst einzubauen. Deine Eigenschaften, Vorteile Deiner Person, Deine Überzeugung.

3. Stelle von Dir aus ebenso Fragen und erläutere den Hintergrund dazu.

4. Warte mit Deinen Fragen nicht bis zum Ende des Gesprächs. Deine Fragen im Gesprächsverlauf regen ein echtes Gespräch an. Wer keine Fragen stellt, hat sich entweder nicht informiert (Fragen resultieren oft aus dem Gelesenen), ist desinteressiert oder traut sich nicht. Alle drei Möglichkeiten bringen Dich nicht wirklich näher an diesen Job.

5. Vor einem Gespräch hilft es, sich vorzustellen, man selbst sei eine Marke. Jetzt kommt es darauf an, diese Marke so gut wie möglich zu präsentieren.

6. Warte nicht auf Fragen Deines Gegenübers. Nimm das Gespräch selbst in die Hand.

7. Versuche das Gespräch aktiv zu starten. So kannst Du Dich noch einmal kurz vorstellen und erläutern, warum Du Dich auf diese Position beworben hast. Das zeigt dem potenziellen Arbeitgeber, dass Du diesen Job willst und aktiv bist.

8. Bleibe zum Start des Gesprächs beim Job und starte nicht mit Deinen Hobbys oder sonstigen Themen, die den „Zug zum Tor“ vermissen lassen.

9. Verstelle Dich nicht. Eine einstudierte Rolle wird nicht zum Ziel führen. Sei Du selbst und zeige Deine wahre Persönlichkeit. Wenn Du den Job über diesen Weg bekommst, hast Du gute Chancen (vorausgesetzt, Dein Gesprächspartner sucht den passenden Menschen), dass Du im Team happy wirst und Dir die Arbeit Spaß macht.

10. Agiere von Anfang an auf Augenhöhe mit Deinem Gesprächspartner.

Tipps zum Vorstellungsgespräch – Thema Unzulässige Fragen im Interview

Was ist, wenn er mich fragt, ob ich Kinder möchte?

„Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten. Ob ein Mensch weise ist erkennt man an seinen Fragen.“ (Nagib Machfus, ägypt. Schriftsteller)

Was tun bei unzulässigen, indiskreten Fragen?
• Gar nicht antworten. Überhörtechnik? 
• Wahrheitsgemäß antworten und damit riskieren raus zu fliegen?
• Lügen?

a) Ruhig bleiben.
Frage beantworten, ob Lüge oder Wahrheit.
Auf unzulässige Fragen ist eine Notlüge immer besser als gar keine Antwort.
Lügen ist in diesem Falle sogar juristisch erlaubt. 
(Grundlage hierfür bildet § 7 Abs.1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG))

b) Sachlich bleiben.
Vielleicht wurde die Frage unabsichtlich gestellt.
Man darf als Bewerber nicht vergessen, dass auch der Personaler in kürzester Zeit sich ein Bild vom Bewerber machen muss.

c) Konsequenzen ziehen.
„Will ich bei einem Arbeitgeber anheuern, der schon so beginnt?“

Die Arbeitskraft, Kompetenz, Erfahrung und Zeit, die ein Bewerber mitbringt, macht ihn zu einem Verhandlungspartner auf Augenhöhe, nicht zu einem Bittsteller.

Unzulässige Fragen sind:

Fragen zur Familienplanung
Fragen zur Religion und Konfession
Fragen zur Parteizugehörigkeit
Fragen zur Gewerkschaftszugehörigkeit
Fragen zur sexuellen Neigung (homo- oder heterosexuell)
Generell Fragen zum Privatleben

Unzulässige Fragen, die jedoch beantworten werden müssen, WENN die Information für den Job relevant ist, sind z.B.Fragen zu den Vermögensverhältnissen, insbesondere Schulden (etwa bei Bankangestellten), Fragen zu Vorstrafen (etwa bei Juristen oder angehenden Polizeibeamten.

• Was MUSS ich im Gespräch sagen?
Welche Geheimnisse darf ich haben?
(Krankheit, Kollegenliebe, Geldprobleme)

Welche Geheimnisse im Job erlaubt sind, findet ihr hier ausführlich!